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Seit dem 16. Jahrhundert gehört die Ölmalerei durch ihre leuchtende Farbigkeit, ihren Glanz und ihre praktischen Vorzüge zu den beliebtesten Maltechniken. Den pigmenthaltigen Farben werden Öl als Bindemittel und weitere Zusatzstoffe beigegeben. Der Maler kann seine Ölfarben selbst anrühren oder in Tuben im Handel kaufen. Die fertigen Farben sind wenn nötig mit Terpentinöl verdünnbar. Gemalt wird auf einem grundierten Bildträger, der aus Leinwand, Holz oder Pappe bestehen kann. Die weiße oder getönte Grundierung steigert oder beeinflusst die Leuchtkraft der Farben und garantiert zudem die Haltbarkeit der Malerei. Die Ölmalerei erlaubt aufgrund ihrer Farbmaterialien verschiedene Techniken. Beim Malen können die Farben verdünnt und lasierend oder unverdünnt und pastos auf den Bildträger gebracht werden. Im ersten Fall scheint der Untergrund durch, während der deckende Farbauftrag im zweiten Fall ein plastisches Relief erzeugt. Ölfarben lassen sich nass-in-nass oder in mehreren Schichten auftragen. Im Unterschied zu den anderen Malmaterialien bleiben Ölfarben erheblich länger nass und lassen sich auf dem Malgrund wesentlich länger verarbeiten. Durch diese Eigenschaft ist es problemlos möglich die gewünschte Farbe zu mischen oder sanfte Farbübergänge zu erzeugen. Die im Handel erhältlichen Ölfarben sind innerhalb von zwei bis 14 Tagen durchgetrocknet. Die nasse Farbe hat im trockenen Zustand die gleiche Farbigkeit und eine Beurteilung der Bildwirkung ist anders als bei der Gouache- oder Acrylmalerei während des Malprozesses möglich. Im Gegensatz zu anderen Maltechniken sieht man die Spuren des Pinsels in der aufgetragenen Ölfarbe deutlich. Der Pinselstrich erlaubt dem Betrachter Rückschlüsse auf die Pinselführung und den Malrhythmus und trägt wesentlich zur Wirkung des Bildes bei. Eine beliebte Technik der Ölmalerei ist die Primamalerei, bei der mit kurzen Flachpinseln die einzelnen kleinen Farbtupfer direkt auf den Bildträger aufgetragen werden. In einem einzigen Arbeitsgang werden alle Farben angelegt solange die Farben noch nass sind. Diese Technik schließt aus, dass die Farbschichten unterschiedlich schnell trocknen und sich Risse bilden können. Ölmalereien lassen sich des Weiteren in Schichten anlegen. Dabei muss jede Schicht vollständig durchtrocknen bevor die nächste Schicht darüber gelegt wird. Durch diese Technik können beeindruckende Tiefenwirkungen erzeugt werden.

 

 

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